Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik kann einen Teil ihres Stroms vom eigenen Dach beziehen. Wie groß dieser Anteil ist, entscheidet sich beim Betrieb: Wie viel Solarstrom steht zur Verfügung, während die Wärmepumpe läuft? Für die Planung zählen deshalb der Strombedarf Ihrer Heizung und die Zeiten, zu denen Ihre PV-Anlage Strom liefert.
Wärmepumpe mit Photovoltaik: Das Wichtigste in Kürze
- Eine Wärmepumpe kann aktuell erzeugten PV-Strom nutzen. Bei passender Einbindung steht ihr auch Strom aus einem vorhandenen Batteriespeicher zur Verfügung. Den übrigen Bedarf deckt sie aus dem öffentlichen Netz.
- Den jährlichen Strombedarf der Wärmepumpe können Sie aus dem Wärmebedarf des Hauses und der erwarteten Jahresarbeitszahl abschätzen.
- Eine Steuerung kann Wärmepumpenbetrieb in sonnenreiche Stunden verlegen. Für den tatsächlichen PV-Anteil müssen Erzeugung und Verbrauch zeitlich zusammenpassen.
- Böckmann Solar stimmt bei der Planung einer Wärmepumpe mit Photovoltaik die Dachfläche, die Elektroinstallation und das Zählerkonzept auf das Gebäude ab.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?
Bei einer Wärmepumpe mit Photovoltaik wird der Solarstrom im Hausnetz bereitgestellt. Läuft die Wärmepumpe, kann sie diesen Strom für ihren Betrieb nutzen. Einen eigenen Anschluss an die Solarmodule braucht sie dafür nicht. Die Technik dahinter lässt sich in vier Schritten verfolgen:
- Die Solarmodule erzeugen Gleichstrom. Wie viel Leistung gerade vom Dach kommt, hängt unter anderem von Sonneneinstrahlung und Verschattung ab.
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- Der Wechselrichter macht den Strom im Haus nutzbar. Er wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom um und speist ihn in das Hausnetz ein. Dort steht er der Wärmepumpe ebenso zur Verfügung wie anderen eingeschalteten Geräten.
- Die Wärmepumpe setzt Strom für die Wärmeerzeugung ein. Der Strom treibt vor allem den Verdichter an. Über einen Kältemittelkreislauf nimmt die Anlage Wärme aus der Umgebung auf und gibt sie an das Heizsystem oder das Warmwasser ab. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3 liefert sie über ein Jahr gerechnet aus 1 kWh Strom etwa 3 kWh Wärme.
- Der Stromzähler erfasst den Austausch mit dem Netz. Erzeugt die PV-Anlage gerade weniger Strom, als das Haus verbraucht, wird zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen. Überschüssiger Solarstrom fließt ins Netz oder lädt einen vorhandenen Batteriespeicher.
Für die unmittelbare Nutzung von PV-Strom muss die Wärmepumpe lediglich zur passenden Zeit laufen. Eine zusätzliche Steuerung wird erst benötigt, wenn sie ihre Betriebszeiten gezielt an die Solarstromerzeugung anpassen soll.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?
Den Stromverbrauch einer Wärmepumpe können Sie überschlagen, indem Sie den jährlichen Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser durch die erwartete Jahresarbeitszahl teilen. Wie effizient die Wärmepumpe tatsächlich arbeitet, hängt vom Gebäude und ihrer Einstellung ab.
Angenommen, ein Haus benötigt 12.000 kWh Wärme pro Jahr. Bei einer angenommenen Jahresarbeitszahl von 3 ergibt sich:
12.000 kWh Wärme ÷ 3 = 4.000 kWh Wärmepumpenstrom pro Jahr
Die 4.000 kWh beschreiben den gesamten geschätzten Strombedarf der Wärmepumpe. Welcher Teil davon aus der PV-Anlage stammt, lässt sich erst im nächsten Schritt beurteilen.
Ist die Wärmepumpe bereits installiert, sind gemessene Verbrauchswerte eine gute Grundlage. Bei einer neuen Anlage sollten der angesetzte Wärmebedarf und die erwartete Jahresarbeitszahl im Angebot nachvollziehbar sein.
Wie viel PV-Strom nutzt die Wärmepumpe tatsächlich?
Wie viel eigenen Solarstrom die Wärmepumpe nutzt, hängt von der zeitlichen Überschneidung ab. PV-Anlagen liefern besonders viel Strom in sonnenreichen Monaten. Für die Raumheizung fällt der größte Strombedarf dagegen meist in die kalte Jahreszeit an. Auch an einem einzelnen Tag nutzt die Wärmepumpe nur dann unmittelbar PV-Strom, wenn sie während der Erzeugung läuft.
Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung des Fraunhofer ISE zeigt, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen können: In sechs untersuchten Häusern mit Wärmepumpe und PV-Anlage lag die Eigenversorgung des gesamten Hauses ohne Batteriespeicher zwischen 25 und 40 Prozent. Der Anteil des selbst verbrauchten PV-Stroms an der gesamten PV-Erzeugung lag zwischen 22 und 37 Prozent. Das sind Messwerte für die Häuser, keine festen Quoten für den Strombedarf ihrer Wärmepumpen.
Wie viel Solarstrom erreicht die Wärmepumpe?
Wir bleiben bei der Wärmepumpe mit 4.000 kWh Strombedarf pro Jahr. Für dieses Beispiel erzeugt die PV-Anlage jährlich 8.000 kWh. Die folgenden Werte für die Stromnutzung sind Annahmen:
| Verwendung des PV-Stroms | Menge pro Jahr |
| Vom übrigen Haushalt selbst genutzt | 1.600 kWh |
| Von der Wärmepumpe selbst genutzt | 1.200 kWh |
| Ins Netz eingespeist | 5.200 kWh |
Die Wärmepumpe bezieht damit 1.200 von 4.000 kWh aus der PV-Anlage. Ihr PV-Anteil beträgt 30 Prozent; die übrigen 2.800 kWh kommen aus dem Netz.
Von den insgesamt erzeugten 8.000 kWh PV-Strom nutzt das Haus 2.800 kWh selbst. Der Eigenverbrauchsanteil der PV-Anlage beträgt in diesem Beispiel 35 Prozent.
Hinweis: Die beiden Prozentwerte beschreiben verschiedene Dinge: 30 Prozent beziehen sich auf den Strombedarf der Wärmepumpe, 35 Prozent auf den Ertrag der PV-Anlage. Ihre Erzeugungs- und Verbrauchsdaten zeigen, welche Werte für Ihr Haus realistisch sind.
Wie groß sollte die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?
Für die Größe der PV-Anlage zählen vor allem diese Faktoren:
- Strombedarf des Hauses: Zum bisherigen Haushaltsverbrauch kommt der geschätzte Strombedarf der Wärmepumpe hinzu. Auch ein künftig geplantes Elektroauto verändert den Bedarf.
- Dachfläche und Erzeugung: Die nutzbare Dachfläche begrenzt die mögliche Anlagengröße. Die Ausrichtung der Module und der zeitliche Verlauf der Erzeugung beeinflussen, wie viel Solarstrom die Wärmepumpe nutzen kann.
Eine feste Umrechnung von Wärmepumpenstrom in PV-Leistung hilft dabei wenig. Benötigt die Wärmepumpe wie im Beispiel 4.000 kWh Strom pro Jahr, folgt daraus weder eine bestimmte Anlagengröße in kWp noch ein bestimmter PV-Anteil an ihrem Verbrauch.
Für eine erste Ertragsprognose können Sie das Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS) nutzen. Das kostenlose Online-Tool der Europäischen Kommission schätzt anhand von Standort, Dachneigung und Ausrichtung, wie viel Strom eine PV-Anlage erzeugen kann. Ob die Wärmepumpe diesen Strom nutzen kann, zeigt der Jahresertrag allein allerdings nicht. Dafür müssen Erzeugung und Verbrauch auch innerhalb der Tage zusammenpassen.
Ist bereits eine PV-Anlage vorhanden, lohnt sich der Blick auf ihre Erzeugungsdaten: Zu welchen Zeiten wird bislang Strom eingespeist? Und wann würde die neue Wärmepumpe voraussichtlich laufen? Daraus ergibt sich eine bessere Planungsgrundlage als aus der installierten PV-Leistung allein.
Wie erhöhen Sie den PV-Anteil am Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe?
Die Wärmepumpe kann mehr Solarstrom nutzen, wenn sie einen Teil ihrer Arbeit auf sonnige Stunden verlegt. Soll abends warmes Wasser bereitstehen, kann sie den Warmwasserspeicher bereits tagsüber aufheizen. Voraussetzung ist, dass die PV-Anlage zu dieser Zeit Strom liefert, der nicht schon im übrigen Haushalt verbraucht wird. Ein Energiemanagementsystem kann diesen verfügbaren Solarstrom erfassen und die Wärmepumpe entsprechend ansteuern.
Bei der technischen Planung sind zwei Fragen wichtig:
- Können die Geräte miteinander kommunizieren? Das Label „SG Ready“ allein garantiert keine fertig eingerichtete PV-Überschusssteuerung. Wärmepumpe und Wechselrichter beziehungsweise Energiemanagementsystem müssen zusammenpassen.
- Wie verändert die Steuerung den Wärmepumpenbetrieb? Höhere Speichertemperaturen können mehr Stromverbrauch in die Mittagsstunden verlegen. Werden die Temperaturen unnötig hoch gewählt, kann das den Strombedarf der Wärmepumpe erhöhen.
Ein Batteriespeicher erfüllt eine andere Aufgabe: Er stellt Solarstrom beispielsweise am Abend bereit, der tagsüber erzeugt wurde. Strom für längere Phasen mit wenig PV-Erzeugung im Winter kann ein üblicher Heimspeicher nicht vorhalten. Ob sich seine Anschaffung lohnt, sollte deshalb mit und ohne Speicher durchgerechnet werden.
Welcher Stromtarif und Zähler passen zu Wärmepumpe und PV?
Wärmepumpe und übriger Haushalt können über einen gemeinsamen Zähler erfasst oder getrennt abgerechnet werden. Ein separater Zähler kann einen speziellen Wärmepumpentarif ermöglichen. Ob sich das lohnt, hängt vom Tarifvorteil und den zusätzlichen Kosten für den Zähler ab. Das Messkonzept sollte zugleich die geplante Nutzung des PV-Stroms ermöglichen.
Für Wärmepumpen, die seit dem 1. Januar 2024 neu in Betrieb genommen wurden und eine elektrische Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 kW haben, gelten die Regelungen des § 14a EnWG. Für die mögliche Steuerung des Netzbezugs gibt es eine Netzentgeltreduzierung:
- Modul 1: Das Netzentgelt wird pauschal reduziert. Ein separater Wärmepumpenzähler ist dafür nicht erforderlich.
- Modul 2: Der Netzentgeltpreis pro bezogener Kilowattstunde wird reduziert. Dafür ist ein separater Zähler für die Wärmepumpe nötig.
Die Reduzierung betrifft das Netzentgelt als Bestandteil des Strompreises. Die Steuerung nach § 14a reagiert auf eine mögliche Netzüberlastung. Eine PV-Überschusssteuerung richtet den Wärmepumpenbetrieb nach verfügbarem Solarstrom aus.
Lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?
Eine Wärmepumpe kann den Eigenverbrauch der PV-Anlage erhöhen und ihren Strombezug aus dem Netz verringern. Wie groß der finanzielle Vorteil ist, hängt von den tatsächlich selbst genutzten Kilowattstunden, dem Netzstrompreis und der entgangenen Einspeisevergütung ab.
Im Beispiel nutzt die Wärmepumpe 1.200 kWh PV-Strom pro Jahr. Angenommen, dieser Strom wäre andernfalls eingespeist worden, der Netzstrom kostet 30 ct/kWh und für die Einspeisung gelten 7,70 ct/kWh. Dann ergibt sich:
1.200 kWh × (0,30 € Netzstrompreis − 0,077 € Einspeisevergütung) = 267,60 € pro Jahr
Die 267,60 € sind der rechnerische Vorteil dieser PV-Nutzung gegenüber der Einspeisung. Ob sich die Anschaffung beider Anlagen lohnt, hängt zusätzlich von ihren Investitionskosten und den laufenden Kosten ab. Auch mögliche Zusatzkosten für Steuerung oder Zähler gehören in den Vergleich.
Die verwendeten 7,70 ct/kWh gelten für neue Dachanlagen bis 10 kW bei Teileinspeisung und einer Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026. Für eine vorhandene PV-Anlage ist deren eigener Vergütungssatz maßgeblich.
Was sollte im Angebot für Wärmepumpe und Photovoltaik stehen?
Ein Angebot sollte erkennen lassen, wie die erwartete Solarstromnutzung zustande kommt. Diese Angaben helfen Ihnen, Planung und Kosten zu prüfen:
- Wärmepumpenstrom: Welcher Wärmebedarf und welche Jahresarbeitszahl wurden angenommen?
- PV-Ertrag: Welche Dachflächen und Ausrichtungen liegen der Prognose zugrunde?
- PV-Nutzung: Wie viele Kilowattstunden Solarstrom soll die Wärmepumpe voraussichtlich selbst verbrauchen?
- Steuerung: Welche Geräte kommunizieren miteinander und welche Funktionen sind vorgesehen?
- Zähler und Tarif: Wie wird der Wärmepumpenstrom gemessen und zu welchem Preis wird Netzstrom bezogen?
- Kosten: Welche Positionen entfallen auf PV, Wärmepumpe und mögliche Zusatztechnik?
Die Kosten der PV-Anlage hängen von Dach, Anlagengröße und Ausstattung ab.
Fazit: PV-Anlage und Wärmepumpe gemeinsam planen
Der jährliche Strombedarf zeigt, welche zusätzliche Nachfrage durch die Wärmepumpe entsteht. Wie viel davon die PV-Anlage deckt, hängt davon ab, ob Solarstrom verfügbar ist, während die Wärmepumpe läuft. Eine Steuerung kann diesen Anteil erhöhen. Ein Speicher stellt tagsüber erzeugten Solarstrom auch am Abend bereit. Für die Entscheidung zählen deshalb eine nachvollziehbare Verbrauchsprognose und ein Angebot, das Technik und Kosten gemeinsam betrachtet.
Ihr nächster Schritt: Wärmepumpe und Photovoltaik auf Ihr Haus abstimmen.
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Wärmepumpe mit Photovoltaik – Häufige Fragen und Antworten
Kann eine PV-Anlage mit Volleinspeisung die Wärmepumpe versorgen?
Bei Volleinspeisung wird der erzeugte Strom vollständig ins öffentliche Netz eingespeist. Soll die Wärmepumpe eigenen PV-Strom nutzen, muss geprüft werden, ob eine Umstellung auf Eigenverbrauch möglich ist und welche Änderungen an der Messung nötig sind. Auch die bisherige Einspeisevergütung gehört in diese Prüfung.
Kann ich am Stromzähler ablesen, wie viel PV-Strom meine Wärmepumpe nutzt?
Am Zähler für Netzbezug und Einspeisung allein lässt sich dieser Anteil nicht eindeutig ablesen. Dafür müssen der Verbrauch der Wärmepumpe und die PV-Erzeugung zeitlich aufgelöst erfasst und zusammen betrachtet werden.
Eignet sich auch ein Ost-West-Dach für eine Wärmepumpe mit PV?
Ja, sofern sich die Dachflächen für Photovoltaik eignen. Wie viel Strom die Wärmepumpe nutzt, hängt auch hier vom Erzeugungsverlauf und ihren Betriebszeiten ab. Eine Ertragsprognose für die konkreten Dachflächen ist aussagekräftiger als eine pauschale Bewertung der Ausrichtung.
Kann Böckmann Solar eine vorhandene PV-Anlage bei der Wärmepumpenplanung berücksichtigen?
Ja. Die vorhandene Anlagentechnik und ihre Erzeugungsdaten können zusammen mit dem erwarteten Strombedarf der Wärmepumpe betrachtet werden. Daraus ergibt sich, ob und wie eine zusätzliche Steuerung eingebunden werden kann.
Prüft Böckmann Solar auch den Zählerschrank für die Kombination?
Böckmann Solar übernimmt die technische Planung und Elektroarbeiten für PV-Projekte und prüft dabei auch den Zählerschrank. Ob für die geplante Wärmepumpe Änderungen am Zählerplatz erforderlich sind, hängt vom vorhandenen Aufbau und dem gewählten Messkonzept ab.